Denkmäler und Skulpturen in Peine

Denkmäler – Ehrenmale – Gedenksteine

Einleitung:
Künstlerische Objekte und Skulpturen, Denkmäler und Gedenksteine sind im Peiner Stadtgebiet vielfach anzutreffen. Zum Zeitpunkt ihrer Aufstellung mitunter heftig umstritten, werden die Objekte, nachdem sie ihren Standort gefunden haben, oft nur noch im Vorübergehen wahrgenommen oder sogar ganz übersehen.

Interessierte finden indes meist nur wenige oder gar keine Hinweise vor Ort, aus denen der genaue Anlass der Aufstellung des Denkmals oder der Skulptur hervorgeht. Darüber hinaus sind Sinn und Bedeutung des jeweiligen Gegenstandes – insbesondere bei abstrakten Kunstobjekten – ohne nähere Informationen als Interpretationshilfe nicht immer leicht zu erschließen.

Diese Broschüre enthält neben Hinweisen zum genauen Standort der im Stadtgebiet anzutreffenden, aber nicht immer im direkten Blickwinkel liegenden Skulpturen, die wichtigsten Daten: Titel, Material, Größe, Inschriften/Bedeutung, Standort, Künstler und Aufstellungsdatum – soweit im einzelnen ermittelbar.

Allerdings musste eine Auswahl getroffen werden: aufgrund ihrer Vielzahl konnten nur die Skulpturen und Denkmäler berücksichtigt werden, die auf öffentlichen Plätzen aufgestellt und jederzeit allgemein zugänglich sind – unter Einbeziehung des Peiner Rathauses als öffentliches Gebäude. 

Von den Gedenksteinen konnten zwar einige markantere aufgenommen werden, auf die Erfassung von Halbreliefs, die an verschiedenen Gebäuden – z.B. an Kirchen – zu sehen sind, musste jedoch in gleicher Weise verzichtet werden, wie auf Brunnen und künstlerisch gestaltete Wasserspiele. Unberücksichtigt blieben auch Gedenkstätten auf Friedhöfen – mit Ausnahme der Ehrenruhestätte auf dem Telgter Friedhof.

Ebensowenig konnten die in allen Ortsteilen zu findenden zahlreichen Ehrenmale und Gedenksteine einbezogen werden, die im Zusammenhang allgemeiner nationaler Gedenktage stehen oder standen. Hier musste – auch aus Platzgründen – eine exemplarische Beschränkung auf die Kernstadt erfolgen. Von den im Bereich der städtischen Ortschaften vorhandenen Skulpturen sind allerdings jene erfasst, die in jüngster Vergangenheit aufgestellt wurden.

Trotz umfassender Recherchen mit der Intention, alle in Frage kommenden Objekte den oben angegebenen Kriterien entsprechend aufzunehmen, wird ein Anspruch auf Vollständigkeit jedoch nicht erhoben.
Die nachfolgend beschriebenen Denkmäler, Skulpturen und Bronzebücher sind – diesen Klassifizierungen entsprechend – in drei Kategorien gegliedert und innerhalb der jeweiligen Gruppe chronologisch nach dem Datum der Aufstellung, bzw. der offiziellen Übergabe angeordnet.

Michael Utecht

Germania
Sandstein-Skulptur; 1875 auf dem Marktplatz aufgestellt. Als weibliche Verkörperung Germaniens – geschmückt mit Krone, Schwert und Siegeskranz – sollte die Figur ein Symbol des Sieges sein nach dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 (Schlacht bei Sedan 01.09.1870): Die rechte Hand (mit inzwischen entferntem Lorbeerkranz) streckt die Figur gen Himmel, die linke umfasst das Schwert. Inschrift: „Ihren im Kriege 1870/71 gefallenen Söhnen der Stadt Peine.“ 1952 wurde das Denkmal vom Marktplatz in den Herzberg (Kastanienallee) versetzt, 1990 folgte die Umsetzung an die Sedanstraße.

Standort: Ecke Sedanstraße/Senator-Voges-Straße
Künstler: Ferdinand Hartzer
Aufstellungsdatum: 2. September 1875; seit dem 22. November 1990 an der Sedanstraße.

Krasnapolsky-Gedenkstein
Der Findling wurde in Erinnerung an Adolf Wilhelm Krasnapolsky aufgestellt, der 1911 zur Ausgestaltung der Herzbergs 30.000 Mark stiftete.
Der in Peine aufgewachsene Krasnapolsky (24.5.1834 – 22.4.1912) war polnischer Abstammung und wanderte nach Abschluss einer Schneiderlehre nach Holland aus.
In Amsterdam war er als Geschäftsmann überaus erfolgreich und Besitzer des international renommierten „Grand Hotel Krasnapolsky“.
Inschrift: „Dem Gedächtnis des hochherzigen Stifters A .W. Krasnapolsky 1912.“


Standort: Herzberg, am Krasnapolsky-Weg
Künstler: –
Aufstellungsdatum: vermutlich 1912

Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
"Germania“ an der Sedanstraße/Krasnapolsky-Gedenkstein

Gedenkstein 1813
Der Gedenkstein soll an den Befreiungskrieg 1813 und den Sieg gegen Napoleon in der Völkerschlacht bei Leipzig am 18. Oktober 1813 erinnern. Als Material dienten Findlinge aus der Eixer Kiesgrube (heute: Eixer See) Inschrift: „1813 – 1913.“

Das 100 jährige Jubiläum der Völkerschlacht wurde 1913 als nationaler Feiertag begangen. Aus Findlingen erbaute Gedenksteine sind daher auch in großer  Zahl in den Ortschaften des Kreises Peine anzutreffen.

Standort: Woltorfer Straße, an der Südseite des „Zeltes“ des Corps der Bürgersöhne am Schützenplatz.
Künstler: Errichtet vom Peiner Steinmetz Schulz
Aufstellungsdatum: 18. Oktober 1913

Schlageter-Denkmal
Aus 500 bis 600 Zentnern Findlingen errichtetes, ca. 3 Meter hohes Denkmal; initiiert vom „Jungdeutschen Orden“, einer rechtsstehenden Organisation.
Albert Leo Schlageter, am 12. August 1894 in Schönau im Kreis Lörrach im Schwarzwald geboren, war Mitglied des Jungdeutschen Ordens. 1922 trat er in die NSDAP ein und beteiligte sich ab 1923 als Mitglied eines Freikorps an Sabotageunternehmen gegen die französischen Truppen während des Ruhrkampfes. Durch ein französisches Kriegsgericht wurde Schlageter 1923 in ordnungsgemäßem Verfahren zum Tode verurteilt und am 26. Mai standrechtlich erschossen. Von der Propaganda wurde er danach zu einem deutschen Nationalhelden stilisiert; vor allem die NSDAP stellte ihn später als „Märtyrer“ des Ruhrkampfes heraus.

Inschrift: „Schlageter 1894 – 1923.“
Standort: Luhberg bei Stederdorf
Künstler: Architekt Anton van Norden; Ausführung:
Steinbildhauerei Ziehm und Baumeister Rauls.
Aufstellungsdatum: 18. Oktober 1925

Ehrenmal „Liegender Soldat“
Skulptur eines liegenden Soldaten aus Fichtelgebirgs-Stein.
Nach der Zerstörung der am 25. November 1928 im Herzberg eingeweihten Skulptur eines „Hockenden“ (s.u.: „Torso“ im Stadtpark) wurde
ein neuer Entwurf zur Ehrung der im 1. Weltkrieg gefallenen Peiner Soldaten ausgeführt. Denn das im Juni 1934 von unbekannten – vermutlich nationalsozialistischen – Tätern vom Sockel gestürzte Denkmal war umstritten, da die Pose des „Hockenden“ nicht der nationalsozialistischen Weltanschauung von Heldentum entsprach.

Den Auftrag erhielt erneut Prof. Joseph Enseling, der bereits den „Hockenden“ entworfen hatte. Für das Ehrenmal wurde im Herzberg ein Rondell im Durchmesser
von 50 Metern ausgehoben. Die aus einem rund 400 Zentner schweren Gesteinsblock gemeißelte Figur ruht auf einem etwa 80 Zentimeter hohen Sockel, ist über 4 Meter lang und 1,30 Meter breit.
Vor dem „ruhenden Krieger“ steht ein separater Stein mit der Inschrift: „Den Kameraden.“

Standort: Herzberg/Nähe Kastanienallee
Künstler: Bildhauer Hoffer (Gestaltung) und
Joseph Enseling (künstlerische Leitung)
Aufstellungsdatum: Einweihung am 9. November 1937

Ehrenruhestätte Friedhof Telgte
Halbrelief eines mehr als zwei Meter großen Bergmannes, flankiert von Tafeln mit den Namen der bei einem Grubenunglück auf der Telgter Schachtanlage I/II ums Leben gekommenen Bergleute. Die auf einem zweistufigen Sockel platzierte steinerne Figur hält in der linken Hand das Grubenlicht und schultert mit der rechten die Spitzhacke.
44 Menschen verloren am 22. Januar 1946 ihr Leben, als sich das Seil vom Förderkorb löste und dieser etwa 400 Meter in die Tiefe stürzte – nur ein Bergmann überlebte das Unglück.

Inschrift: „Den Männern der Grube zum stillen
Gedenken A[nno] D[omini] 1946.“
Standort: Katholischer Friedhof Telgte an
der Vöhrumer Straße
Künstler: –
Aufstellungsdatum:
Einweihung am 15. März 1949

Jüdisches Mahnmal
Säule aus Muschelkalk; das ca. 200 cm hohe Mahnmal steht an dem Ort der zerstörten Synagoge.
In der sogenannten Reichskristallnacht wurde die 1907 neu erbaute Synagoge durch planmäßige Brandstiftung von NS-Horden zerstört. Hans Marburger, Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, wurde in der Synagoge ermordet.
Inschrift in Deutsch, Englisch und Hebräisch: „Hier stand die Synagoge, die am 11.11.1938 von unberufenen Händen zerstört wurde.“


Standort: Hans-Marburger-Straße /Ecke Bodenstedtstraße
Künstler: Architekt Fritz Filipschak;
Ausführung: Steinbildhauerei Ziehm
Aufstellungsdatum: August 1948

Gedenkstein für die Opfer des Nazi-Terrors
Findling; Aufstellung durch Initiative der Kreisgruppe der VVN (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes) zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus.
Inschrift: „Zum Tode geführt und siehe sie leben.“

Standort: Herzberg /Kastanienallee
Künstler: Architekt Fritz Filipschak
Aufstellungsdatum: Einweihung am 12.
September 1948 im Rahmen der Feiern für die Opfer des Faschismus. Nach mehreren Schändungen des Gedenksteines fand am 25. November 1951 eine Neueinweihung  statt.

Schicke-Schacke
Bronzefigur; Schicke-Schacke (1838-1907),  mitbürgerlichem Namen Karl Kaufmann, war Dienstbote ohne feste Anstellung. Seine Tätigkeit veranschaulicht die „Kiepe“ auf dem Rücken der leichtfüßig voranschreitenden Figur. Von dem „Peiner Original“ sind zahlreiche Anekdoten überliefert. Inschrift auf separater Bronzetafel im Pflaster: „Schicke-Schacke, ein Peiner Original, 1838 – 1907.“

Standort: Echternplatz
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 22. Juni 1981; nach der Sanierung des Echternplatzes

Denkmäler und Skulpturen in Peine
Gedenkstein 1813 am Schützenplatz/Schlageter-Denkmal
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Ehrenruhestätte Friedhof Telgte/Jüdisches Mahnmal
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Gedenkstein für die Opfer des Nazi-Terrors/Schicke-Schacke auf dem Echternplatz

Gerhard-Lucas-Meyer-Büste
Bronze-Büste auf einem Steinsockel; die bereits in den 1920er Jahren angefertigte Plastik erinnert an Gerhard Lucas Meyer, der die Ilseder Hütte, nachdem der Gründer 1858 Konkurs anmelden musste, zu wirtschaftlichem Erfolg führte; Gerhard Lucas Meyer gründete auch das 1873 in Betrieb genommene Peiner Walzwerk. Der Unternehmer trug wesentlich zur Enwicklung Peines zum Industriestandort bei und schuf für die damalige Zeit vorbildliche soziale Einrichtungen.

Die Büste, von der mehrere gleiche Exemplare existieren, gehörte ursprünglich Meyers ältestem Sohn und wurde von Anna Margret Janovicz, der Enkelin Gerhard Lucas Meyers, der gleichnamigen Stiftung überlassen. Die Sockel-Inschrift ist ein Wahlspruch Meyers: „Ich muss wirken solange es Tag ist.“

Standort: Ursprünglich aufgestellt im Innenhof der Altenwohnungen der Gerhard-Lucas-Meyer-Stiftung im Winkel; seit 18. September 2001 vor dem Forum.
Künstler: –
Aufstellungsdatum: 1983; umgesetzt am 18. September 2001

Portraitbüste Gerhard Heinze
Bronzebüste auf einem Marmorsockel; die Portraitbüste des ehemaligen Peiner Ehrenbürgermeisters wurde durch eine private Initiative finanziert und soll ein „Symbol sein für 20 Jahre Stadtgeschichte, in der Heinze als Bürgermeister die Entwicklung Peines maßgeblich beeinflusste.“

Gerhard Heinze (28.2.1916 – 26.10.1997) war von 1972 bis 1991 Bürgermeister der Stadt Peine. Darüber hinaus engagierte sich Heinze gewerkschaftlich und in verschiedenen gemeinnützigen Institutionen und Vereinen.

1982 wurde ihm der Ehrenring, 1986 das Ehrenbürgerrecht und 1991 die Bezeichnung „Ehrenbürgermeister der Stadt Peine“ verliehen.

Standort: Bürgerbüro des Rathauses
Künstler: Bildhauer Harald Stieding
Aufstellungsdatum: 30. September 1992 im Vorraum des großen Sitzungssaales im Rathaus; seit August 2001 im Bürgerbüro.

Gedenkstätte für zivile Opfer des NS-Regimes
Dreiteilige Skulptur (Beton und Bronze) als Gedenkstätte für alle zivilen Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.
Aufstellung durch Initiative der SPD-Ratsfraktion. Auf einem Betonquader ist die Figur eines liegenden angeketteten Menschen dargestellt, eingerahmt von zwei jeweils drei Meter hohen Betonwänden. Diese tragen auf den Außenseiten Bronzereliefs (Mutter mit totem Kind/Menschen hinter Stacheldraht); die Innenseiten sind mit je einer bronzenen Schrifttafel versehen.

Inschriften: Eine Tafel zitiert die allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen: „Alle Menschen sind frei und
gleich an Würde und Rechten geboren“, sowie ein Auszug aus dem deutschen Grundgesetz: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Auf der anderen Tafel steht: „Zum Gedenken an alle, die in Kriegen ihr Leben lassen mußten, und alle, die wegen ihrer Überzeugung, ihres Glaubens oder ihrer Abstammung Opfer von Terror und Gewaltherrschaft wurden. Ihr Andenken ist uns Mahnung und Verpflichtung zur Brüderlichkeit.“
Das Kunstwerk symbolisiert das Martyrium der gequälten Menschen, die hilflos der Unmenschlichkeit und Brutalität ausgesetzt sind. Die Kette steigt an der einen Seite aus dem Erdboden auf und symbolisiert die emporwachsende Gewalt. Auf der anderen Seite ist die Kette – Symbol der Hoffnung – abgerissen. Die flankierenden Betonsäulen stellen ein Konzentrationslager dar.

Standort: Herzberg / Nähe Kastanienallee
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 14. November 1993

Torso des Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges
Die auf einem Steinsockel befestigte Bronze-Statue besteht aus den Relikten (Kopf und Rumpfteil) des ehemaligen Kriegerdenkmals im Herzberg. Die Skulptur ist Symbol gegen Gewalt und Vernichtung.
Der Torso ist der erhalten gebliebene Teil des ursprünglich am 25. November 1928 im Herzberg eingeweihten Ehrenmals. In die steinernen Säulen eingraviert waren die Namen der über 400 im 1. Weltkrieg gefallenen Peiner Soldaten. In der Nacht vom 19. zum 20. Juni 1934 wurde das Denkmal von unbekannten – vermutlich nationalsozialistischen – Tätern vom Sockel gestürzt.
Die Plastik war umstritten, denn die Pose des „Hockenden“ entsprach nicht der nationalsozialistischen Weltanschauung von Heldentum.

Die stark beschädigte Figur wurde auf Kosten der Stadt wieder hergerichtet und dem Volkwang Museum in Essen übergeben. 1992 kaufte sie die Stadt Peine – nach kontroverser Diskussion – von der Tochter des Künstlers zurück.

Inschrift: „Torso des Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges. Am 25.11.1928 im Herzberg eingeweiht, am 20.06.1934 von unbekannten Tätern vom Sockel gestürzt und zerstört. Bronzeplastik von Joseph Enseling 1886 – 1957.“

Standort: Stadtpark
Künstler: Joseph Enseling
Aufstellungsdatum: 2. Mai 1994

Wilhelmstein
Sandsteinblock, aufgestellt zur Erinnerung an Dr. Wilhelm Meyer, den Vater von Anna Margret Janovicz, und ihren Ehemann, Dipl. Ing. Wilhelm Janovicz. Dr. Wilhelm Meyer (22.3.1867 – 29.4. 1929) wurde nach dem Tod seines Vaters 1916 Aufsichtsratsvorsitzender der Ilseder Hütte. Außerdem war er Vorsitzender des Vereins deutscher
Eisen- und Stahlindustrieller und gehörte dem Vorstand des Reichsverbandes der deutschen Industrie an. Meyer war verheiratet mit der Schauspielerin Anna, geb. Glenk, die den grundlegenden Impuls gab zu dem unter der Regie ihres Mannes erfolgten Neubau des Stadttheaters „Peiner Festsäle.“
Wilhelm Janovicz hatte maßgeblichen Anteil an der Gründung der Gerhard-Lucas-Meyer Stiftung und der Entscheidung, das Vorhaben in Peine zu verwirklichen.

Inschrift: „Wilhelmstein zur Erinnerung an Dr. Wilhelm Meyer 1867 – 1929, Vorsitzender des Aufsichtsrats Ilseder Hütte – Peiner Walzwerk Dipl. Ing. Wilhelm Janovicz 1895 –1980, Mitbegründer der Gerhard-Lucas-Meyer-Stiftung.“

Standort: Im Winkel (im Innenhof des ehemaligem
Lyzeums, zwischen Spitta-Heim und Seniorentreff)
Künstler: –
Aufstellungsdatum: 6. Mai 1997

Denkmäler und Skulpturen in Peine
Gerhard-LucasMeyer-Büste/Portraitbüste Gerhard Heinze
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Gedenkstätte für zivile Opfer des NS-Regimes
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Der „Hockende“ im Herzberg um das Jahr 1930/„Torso“ im Stadtpark
Denkmäler und Skulpturen in Peine
„Wilhelmstein“ im Winkel

Gunzelin
Die ca.190 cm hohe Bronze-Statue stellt Reichstruchsess Gunzelin von Wolfenbüttel, den Gründer der Stadt Peine dar. Das Denkmal ist ein Geschenk der Peiner Kaufmannsgilde an die Stadt Peine zur Erinnerung an die Stadtgründung durch Gunzelin. Es handelt sich bei der Plastik um eine fiktive Darstellung des Ritters; denn ein zeitgenössisches Bildnis existiert nicht. Die linke Hand hält den abgestellten Schild mit dem Siegel Gunzelins: der über zwei Garben springende Wolf der Herren von
Wolfenbüttel-Asseburg. Die Übereinstimmung mit dem heutigen Wappen der Stadt Peine ist im übrigen ein wichtiger Beleg für die Stadtgründung durch Gunzelin.
Sein Geburts- und Sterbejahr sind nicht genau bekannt (vermutlich um 1175 – 1254/55). In den Besitz der Burg Peine gelangte er um das Jahr 1200 – wahrscheinlich durch
Erbschaft. Im Jahre 1223 gründete Gunzelin unmittelbar neben der Burg eine städtische Ansiedlung, aus der sich die heutige Stadt Peine entwickelte. Nach dem Tode Gunzelins fielen Stadt und Grafschaft Peine im Jahre 1260 an das Stift Hildesheim.
Inschrift: „GRAF GUNZELIN – 1223 Gründer der Stadt PeineGestiftet von der Kaufmannsgilde zu Peine von 1652 A[nno] D[omini] 1999.“

Standort: Ecke Gröpern/Schützenstraße
Künstler: Wolfgang Lamché
Aufstellungsdatum: 11. Juni 1999

Friedrich von Bodenstedt
Bronze-Skulptur des Peiner Dichters und Schriftstellers Friedrich von Bodenstedt (1819–1892); finanziert hauptsächlich durch Spenden,
in erster Linie von der Augustin-Stiftung, den Freischießen Korporationen und der Peiner Schlaraffia.
Die auf einem Sandsteinquader ruhende Figur macht eine einladende Handbewegung und hält in der rechten Hand ein Buch. Über den in der Fläche ca. 2 mal 1 Meter großen und etwa 80 Zentimeter hohen Sockel ist als Decke eine Bronze-Platte ausgebreitet. Darauf sind Stationen aus Bodenstedts Leben ähnlich einem Patchwork abgebildet.
Der am 22. April 1819 am Markt in Peine geborene Dichter gehörte im 19. Jahrhundert zu den meistgelesensten Autoren. Von 1840 bis 1843 war er als Lehrer in Moskau tätig, unternahm ausgedehnte Reisen durch Russland, Armenien und Georgien, unterrichtete in Tiflis und erwarb tatarische, armenische und georgische Sprachkenntnisse. Bodenstedt war u.a. 1854 Professor für slawische Sprachen in München, 1867 Intendant des Theaters in Meiningen, Mitbegründer der deutschen ShakespeareGesellschaft in Weimar und gab von 1881–1888 die „Tägliche Rundschau“ in Berlin heraus. Herausragende Leistungen zeigte er als Übersetzer: seine Übertragungen machten russische Schriftsteller wie z.B. Puschkin und Turgenjew zuerst in Deutschland bekannt; darüber hinaus übersetzte er auch Shakespeare und andere englische Dramatiker. Berühmtheit erlangte der zu Lebzeiten international populäre Schriftsteller insbesondere durch ein Werk: „Die Lieder des Mirza Schaffy“ (1851), eine Sammlung von orientalischer Lyrik nachempfundenen Versen.

Nach seinem Tod am 19. April 1892 ehrte ihn die Stadt Wiesbaden – Bodenstedts letzter Wohnsitz – mit einem Denkmal; in Meiningen hatte er bereits 1867 den Adelstitel und von der Stadt Peine 1889 das Ehrenbürgerrecht erhalten.
Inschrift: „Friedrich von Bodenstedt, Ehrenbürger der Stadt Peine; Dichter, Schriftsteller und Sprachwissenschaftler; geb. 22.4.1819 in Peine, gest. 19.4.1892 in Wiesbaden; Augustin Stiftung, Freischießen-Korporationen, Schlaraffia Peine e.V.; Peine, 22. April 2001.“

Philipp Spitta
Bronze-Büste, gestiftet vom Spitta-Verein und der Augustin-Stiftung anlässlich des 200. Geburtstages von Carl Johann Philipp Spitta, einem der populärsten Dichter deutscher Kirchenlieder. Sein Hauptwerk, die 1833 veröffentlichte Liedersammlung „Psalter und Harfe“ erschien in mehr als 70 Auflagen. Spitta, einer der Hauptvertreter
der ev. „Erweckungsbewegung“, war innerhalb der hannoverschen Landeskirche an verschiedenen Orten als Pfarrer tätig und von 1853 bis wenige Monate vor seinem Tod 1859 Superintendent in Peine.
Inschrift: „Carl Johann Philipp Spitta *1.8.1801 +28.9.1859. Superintendent in Peine von 1853–1859. Dichter der geistlichen Liedersammlung Psalter und Harfe.“ Info-Tafel: „Gestiftet am 1. August 2001 zum 200. Geburtstag des Kirchenliederdichters und Peiner Superintendenten Philipp Spitta von der Augustin Stiftung und dem Philipp Spitta-Verein e.V. – Freuet euch der schönen Erde, denn sie ist wohl wert der Freud, O was hat für Herrlichkeiten unser Gott da ausgestreut. Philipp Spitta 1801 – 1859.“

Standort: Ursprünglich aufgestellt im Innenhof des ehemaligen
Lyzeums im Winkel; seit 19. November 2003 vor dem PhilippSpitta-Seniorenzentrum am Windmühlenwall
Künstler: Bildhauer Andreas Krämmer
Aufstellungsdatum: 1. August 2001

Denkmäler und Skulpturen in Peine
Gunzelin an der Ecke Gröpern/ Schützenstraße
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Bodenstedt-Denkmal auf dem Marktplatz
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Spitta-Büste
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Drei Reiher/„Die Kralle“ vor dem Gymnasium am Silberkamp

Skulpturen

Drei Reiher
Bronze-Skulptur; drei mit der Brust aneinanderstehende und die Hälse hochreckende Reiher.
Aufgrund ihres Standortes vor dem Finanzamt wurde die rein dekorative Plastik vom Volksmund bald umgetauft in „Die drei gerupften Gänse“ oder auch „Die Pleitegeier.“

Standort: Duttenstedter Straße / vor dem Finanzamt
Künstler: Karl Wientzek; Ausführung:
Bronzegießerei Noack in Berlin
Aufstellungsdatum: August 1964

Naturwissenschaften („Die Kralle“)
Bronze und Stein; offizielle Bezeichnung: „Naturwissenschaften“: Der Findling, über den sich ein krallenartiges Gebilde aus Bronzeguss krümmt, symbolisiert die Natur und stellt den Planeten Erde dar. Die Kralle symbolisiert die Naturwissenschaften, die das gesamte Weltgeschehen umgreifen und unser Leben bestimmen.
Die Skulptur wurde 1970 auf dem Gelände der heutigen Lessingschule aufgestellt. Nach einer kurzen Zwischenphase wurde sie 1979 an ihren heutigen und ursprünglich vorgesehenen Platz umgesetzt.

Standort: Vor dem Gymnasium am Silberkamp
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: September 1979

Stilisiertes „P“
Stahlskulptur; Geschenk der Stahlwerke Peine – Salzgitter AG (jetzt: Peiner Träger GmbH) an die Stadt Peine zur 750-Jahr-Feier; Symbol für die Verbindung des Unternehmens mit der Stadt. Die vier Meter hohe und zweieinhalb Tonnen schwere Stahlplastik fasst die typischen Erzeugnisse der Salzgitter AG künstlerisch zusammen: Die Basis bildet ein sich nach oben verjüngender Peiner Träger. Ein sich nach unten verjüngendes Warmbreitband aus dem Werk Salzgitter symbolisiert alle Walzarbeiten der Flachprodukte. Die oberen und unteren Blechkanten sind durch das dritte Hauptprodukt Stabstahl in Form von Spannstahl verbunden.

Standort: Am Werderpark/Südseite des Rathauses
Künstler: Entworfen vom Vorstandsvorsitzenden Karl-Wilhelm Putsch und Walzwerksdirektor Dr. Klaus Köhler; Ausführung durch Mitarbeiter des Unternehmens im Werk Peine
Aufstellungsdatum: Am 23. Oktober 1973 vor dem Rathaus aufgestellt; aufgrund des Rathausanbaues in den 1980er Jahren abgebaut und 1988 an den heutigen Standort umgesetzt

Lautenspielerin
Bronze-Figur, ca. 195 cm hoch; gestiftet von Anna Margret Janovicz anlässlich des 1987 an sie verliehenen Ehrenringes der Stadt Peine. Die Lautenspielerin sitzt mit gekreuzten Beinen auf einem hohen, rechteckigen Sockel und hält auf dem Schoß die Laute. Sie zeigt einen Menschen, der sich an den von ihm selbst erzeugten
leisen Tönen der Laute erfreut, ohne auf sich aufmerksam zu machen oder äußere Aufmerksamkeit zu verlangen.
Inschrift (im Pflaster): „1987 gestiftet von Anna Margret Janovicz.”

Standort: Winkel / gegenüber dem Forum
Künstler: Ingeborg Steinohrt
Aufstellungsdatum: Offizielle Enthüllung
am 6. Mai 1992

Durch und durch und durch und durch
Dreiteilige Stahlblech-Skulptur: zwei Pyramiden-Stümpfe und ein 4 Meter hohes, 1 Meter breites und 8 Tonnen schweres Tor; Geschenk der Kreissparkasse Peine an die Peiner Bevölkerung anlässlich der Erweiterung des Peiner Rathauses und der Fertigstellung der Fußgängerzone. Die Aufstellung der bereits 1987 prämierten und ausgewählten Arbeit von Piet Trantel verzögerte sich jedoch, da der ursprünglich vorgesehene Standort im Bereich des St. Jakobi-Kirchplatzes durch die in diesem Bereich verlaufenden Versorgungsleitungen nicht in Frage kam. Schließlich erfolgte 1990 die Aufstellung auf dem Friedrich-Ebert Platz. In der Bevölkerung rief die Skulptur unterschiedliche Meinungen hervor: die Stimmen reichten von „ein Schrotthaufen“ bis zu „eine gelungene experimentelle Arbeit.“ 1991 ließ die Stadt die beiden nach oben geöffneten und etwa 1,25 Meter tiefen pyramidenförmigen Stahlkörper mit Sand verfüllen und mit Beton abdichten, da sie zunehmend als Müllcontainer, Toilette oder Schlafplatz zweckentfremdet worden waren. Außerdem dienten sie als nicht ungefährliche Spielobjekte: Kinder waren in den Hohlraum hineingerutscht. Gegen die Verfüllung klagte der Künstler und siegte nach mehrjährigem Rechtsstreit mit der Stadt, die laut Gerichtsurteil dessen Urheberrecht verletzt hatte. Im September 1994 wurden die Verfüllungen wieder entfernt.

Standort: Friedrich-Ebert-Platz; nördlicher Eingangsbereich
Künstler: Piet Trantel
Aufstellungsdatum: Mai 1990; offizielle Übergabe bei der Einweihung des neu gestalteten Platzes am 16. November 1990 

Polumo 1988-1989
Gruppe von vier bis zu fünf Meter hohen Stahlskulpturen (Assemblagen); Geschenk der niedersächsischen Sparkassenstiftung an den Landkreis Peine. „Polumo“ ist mexikanisch und bedeutet „Wolke, Staub“, in Anlehnung an die „braune Wolke“, die bis 1964 das Peiner Stadtbild prägte und steht symbolisch für die seit dem 19. Jahrhundert von Stahl geprägte Wirtschaftsgeschichte Peines. Die vier Skulpturen sind aus unbrauchbar gewordenen Metallteilen zusammengesetzt, die der Künstler Hans-Jürgen Breuste ausschließlich in den Stahlwerken Peine und Salzgitter sammelte. Der verwendete Werkstoff soll damit auch ein Denkmal für die Arbeiter sein.
Bei der Aufstellung der Objekte 1991 vor dem Kreismuseum und im Hof des Kreishauses kam es zu massiven Protesten von Peiner Bürgern, nachdem schon die 1989 vorgestellten Modelle nicht unumstritten geblieben waren.
Es entwickelte sich ein kontrovers geführter „Peiner Kunststreit“: Von vielen Peinern wurde das Werk als „Schrottkunst“ bezeichnet (s.a.: „Durch und durch …“), und es kam zu einer Unterschriftensammlung der Polumo-Gegner („Schrottkunst raus aus Peine“); Breuste–Befürworter trugen sich ebenfalls in Listen ein: eine vom damaligen
Oberkreisdirektor initierte Aktion „für Freiheit der Kunst auch in Peine.“ Die Gegner der Stahlmonumente blieben letztlich erfolglos und die Skulpturen an ihren Plätzen.

Standort: Eingang Kreismuseum, Hof des Kreishauses,
Parkplatz am Kreishaus
Künstler: Hans-Jürgen Breuste
Aufstellungsdatum: Mai/Juni 1991; offizielle Übergabe
am 25. Juni 1991

Peiner Eule
Bronze-Skulptur; gestiftet vom Industrieverein Peine e.V. Die etwa 70 cm hohe Figur hockt auf einem Findling im Eingangsbereich des Stadtparkes und blickt in Richtung Peiner Rathaus. Die Eule gilt seit der Hildesheimer Stiftsfehde (1519–1523), während der die Burg Peine dreimal belagert wurde und unbezwingbar blieb, als Symbol für Wachsamkeit, Standhaftigkeit und Wehrhaftigkeit der Peiner.
Inschrift: Peine was maket so veste dat de Ule blev sitten im Neste.”

Standort: Stadtpark / Westrand
Künstler: Hans Nowak
Aufstellungsdatum: 29. September 1992

Bronze-Engel
Die Bronzeskulptur eines „Schutzengels“ mit wallendem Haar und großen Flügeln ist das Geschenk der gebürtigen Peinerin Gertrud Böhnke an die Gemeinde der Pfarrkirche „Zu den heiligen Engeln“.

Standort: Schloßstraße, vor dem FriedrichSpee-Haus
Künstler: Leonardo di Rossi
Aufstellungsdatum: April 1999

Denkmäler und Skulpturen in Peine
Stilisiertes „P“/Lautenspielerin
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Durch und durch und durch und durch/Polumo
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Polumo 1988-1989/Polumo
Denkmäler und Skulpturen in Peine
„Peiner Eule“ im Stadtpark

Weizenkörner in Phasen der Keimung
Mehrteilige Skulptur aus sandfarbenem bayerischen Granit und aus Edelstahl; Die Skulptur stellt drei Weizenkörner in verschiedenen Phasen der Keimung dar und soll an die ursprünglich landwirtschaftlich genutzte Feldmark Essinghausens erinnern, die jetzt durch Eingriffe des A 2 – Ausbaus, Lärmschutzwälle und Erschliessung neuer Baugebiete geprägt ist.

Standort: In der Weggabelung der Grünanlage am Westrand von Essinghausen;
Künstler: Hans-Werner Kalkmann und sein
Sohn Jens Kalkmann
Aufstellungsdatum: 13. Juli 2000

Begegnung
Bronze-Skulptur; Mann und Frau – in natürlicher Größe dargestellt – blicken sich freundlich an und geben sich zur Begrüßung die Hand.

Standort: Schützenstraße, vor der
Kreissparkasse
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: vor 1987

Bewusstes Erleben
Die Bronze-Skulptur soll Sinnbild sein für Ruhe und Entspannung.

Standort: Vöhrum/vor der Kreissparkasse
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 1979

Bronzebücher

Bronzebuch in der Schützenstraße
Bronze-Plastik: aufgeschlagenes Buch auf einem Steinsockel. Inschrift zur Erläuterung der Geschichte und städtebaulichen Maßnahmen im Zuge des Ausbaus der Schützenstraße und dem Bau der Nord-Süd-Brücke:

„Wer heute hier verweilt möge daran erinnert sein: 1975 fuhren täglich 7500 Kraftfahrzeuge durch diese Strasse. Bei geschlossener Schranke staute sich der Verkehr oft bis zum Schützenplatz. Mit der Schliessung des Bahnübergangs und dem Bau der Nord Süd-Brücke 1978 verlor die Schützenstrasse ihre Bedeutung. Früher verlief hier der Woltorfer Weg. Er führte zum Schützenplatz und zum Schützenhaus.
Erst vor 100 Jahren wurde der Weg zur Stadtstraße ausgebaut und die Bebauung einbezogen.
Damals erhielt die neue Straße ihren heutigen Namen: Schützenstrasse. Peine November 1983.“

Standort: Schützenstraße
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: November 1983

Bronzebuch auf dem Marktplatz
Bronze-Plastik: aufgeschlagenes Buch auf einem Steinsockel. Inschrift zur Erläuterung der Geschichte und städtebaulichen Maßnahmen auf dem historischen Marktplatz: „Hier auf dem Marktplatz stand seit dem 12. Jahrhundert bis in die Hälfte des 16. Jahrhunderts die Peiner Pfarrkirche St. Jacobi. Der größte Teil des heutigen Marktplatzes war damals Friedhof. Bei der Neugestaltung des Marktplatzes 1985 wurden Werksteine, Grundmauern, Fußböden des Gründungsbaues, der nachfolgenden Kirche und Gräber – auch dieser restaurierter Pfeiler – freigelegt.“

Standort: Historischer Marktplatz
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 1989 

Bronzebuch auf dem Echternplatz
Bronze-Plastik: aufgeschlagenes Buch auf einem Steinsockel. Inschrift zur Erläuterung der Geschichte und städtebaulichen Maßnahmen auf dem Echternplatz: „Als Straßenzug hinter der Breiten Straße verlief hier schon im Mittelalter die Echternstrasse als „Hinter Strasse“. 1975 bis 1979 entstand der neue Echternplatz und der Kirchplatz in seiner heutigen Form. Kirchplatz – Echternplatz – Historischer Marktplatz bilden eine besondere städtebauliche Platzfolge. Die neue südwestliche Randbebauung nimmt alte architektonische Gestaltungselemente – Giebel, Dächer und Kolonade – auf. Im niedersächsischen Landeswettbewerb „Stadtgestaltung und
Denkmalschutz im Städtebau“ erhielt die Stadt Peine 1978 für die Platzgestaltung eine Auszeichnung. Im Eingangsbereich zur Rathausstrasse steht die Bronzefigur eines Peiner Originals aus der zweiten Hälfte des Jahrhunderts „der Schicke-Schacke“, Peine 1989.“

Standort: Echternplatz
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 1989

Bronzebuch im Winkel
Bronze-Plastik: aufgeschlagenes Buch auf einem Steinsockel. Inschrift zur Erläuterung der Geschichte und städtebaulichen Maßnahmen im Verlauf des Straßenzuges „Im Winkel“: „Nach dem grossen Brand im Jahre 1557 entstand im Zuge der Stadterweiterung auch die Strasse „Im Winkel“. Bis 1977 standen an dem historischen Strassenzug überwiegend alte Fachwerkbauten. Die Umgestaltung begann mit dem Bau von Altenwohnungen der Gerhard-Lucas-Meyer-Siftung 1980. Von 1981 bis 1988 baute die Stadt Peine das Forum mit Saalbereich, einer Tiefgarage, sozialen Stätten und Begegnungsstätten sowie Altenwohnungen, das Jugendzentrum „Töpfersmühle“
(Rekonstruktion der mittelalterlichen Ratsmühle) und die Stadtbücherei im Schmedenstedthaus (Fachwerkhaus von 1685 aus der Ortschaft Schmedenstedt). Kosten: 24,5 Mio. DM. Peine 1989.“

Standort: Im Winkel vor dem Forum
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 1989

Denkmäler und Skulpturen in Peine
Bronze-Engel vor dem Spee-Haus/Weizenkörner in Phasen der Keimung/„Begegnung“ in der Schützenstraße/„Bewusstes Erleben
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Bronze-Buch Schützenstraße
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Bronzebuch Marktplatz/Bronzebuch Echternplatz
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Bronzebuch im Winkel /Bronzebuch Carl-von-Ossietzky-Platz

Bronzebuch auf dem Carl-von-Ossietzky-Platz
Bronze-Plastik: aufgeschlagenes Buch auf einem Steinsockel. Inschrift zur Erläuterung der Geschichte und städtebaulichen Maßnahmen in der Peiner Südstadt: „Als neues Wohnviertel, besonders für Werksangehörige der Ilseder Hütte – seit 1970 Stahlwerke Peine-Salzgitter –, entstand in den Jahren nach 1950 die „Südstadt“. Um 1970 wurde das Zentrum Carl-von-Ossietzky-Platz mit Schule- und Geschäftsbauten sowie kirchlichen Einrichtungen angelegt.
Der Platz bildet gemeinsam mit den Grünanlagen des Hohenweges ein Bindeglied zwischen der Feldstrasse und der HerthaPeters-Brücke, die 1988 errichtet wurde: Carl von Ossietzky, deutscher Publizist und Friedensnobelpreisträger – geboren 1889 gestorben 1938 an den Folgen der Misshandlungen im Konzentrazionslager-. Peine 1989.“

Standort: Carl-von-Ossietzky-Platz
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 1989

Bronzebuch auf dem Hagenmarkt
Bronze-Plastik: aufgeschlagenes Buch auf einem Steinsockel. Inschrift zur Erläuterung der Geschichte und städtebaulichen Maßnahmen auf dem Hagenmarkt: „Außerhalb der mittelalterlichen Befestigungsanlagen – Wall und Gräben – der Stadt Peine befanden sich die sumpfigen Hagewiesen. Um 1900 entstand nach französischem städtebaulichen Vorbild der Hagenmarkt mit 100 m Durchmesser und sieben sternförmig auf den Platz zulaufenden Strassen. Die Entwicklung der Einwohnerzahl
(1850: viertausend Einwohner – 1905: sechzehn Tausend Einwohner) machte die Stadterweiterung erforderlich. 1985 erfolgte die Neugestaltung des 8000 qm grossen Platzes. Ausbaukosten: 1,5 Mio. DM. Der Hagenmarkt wird als Markt- und Festplatz genutzt. Peine 1990.“

Standort: Hagenmarkt
Künstler: Maximilian Stark
Aufstellungsdatum: 1990

Bronzebuch Damm
Bronze-Plastik: aufgeschlagenes
Buch auf einem Steinsockel. Inschrift zur Erläuterung der Geschichte und städtebaulichen Maßnahmen im Verlauf des Straßenzuges „Damm“. „Das Dammviertel bildet den siedlungsgeschichtlich ältesten Teil der Stadt Peine. Hier existierte mit der Kniepenburg ein gesicherter Übergang über die Fuhse. Im Mittelalter entwickelte sich am Damm eine jüdische Gemeinde. Das Dammviertel war bis 1852 eine selbständige Gemeinde. Seit Anfang des 19. Jahrhunderts konnten sich Juden auch in der Stadt Peine niederlassen. Damm Nr. 12: Im Garten dieses Hauses befand sich seit 1714 bis 1907 die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Damm Nr. 18: Das „Pelikan-Haus“ ist das älteste erhaltene Gebäude der Stadt Peine. Es wurde 1611 erbaut. Damm Nr. 37: Hier wohnte die jüdische Kaufmannsfamilie Marburger. Der 17-jährige Hans Marburger wurde während der Reichspogromnacht am 10. November 1938 in der Synagoge an der Bodenstedt/Hans-Marburger-Strasse ermordet.“ Anmerkung: Nach neuesten Befunden ist das Gasthaus „Weißer Schwan“ in der Breiten Straße mit dem Baujahr 1596 das älteste erhaltene Gebäude in der Kernstadt.

Standort: Damm
Künstler: Andreas Krämmer
Aufstellungsdatum: Dezember 2000

Denkmäler und Skulpturen in Peine
Bronzebuch Hagenmarkt
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Bronzebuch Damm
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine
Denkmäler und Skulpturen in Peine

Quellen
Stadtarchiv Peine: Zeitgeschichtliche Sammlung Braunschweigisches Biographisches Lexikon, Hannover 1996 Sonnenberg, Rolf: Das Leben des Reichsministerialen Gunzelin von Peyna. In: Peiner Persönlichkeiten. Peine 1999 Evers, Ulrika: Ein Denkmal für den Peiner Stahl – wie aus Schrott ein Kunstwerk wird. In: Peiner Heimatkalender 1992
Impressum
Herausgeber: Peine Marketing GmbH in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv Peine
Text: Michael Utecht Stadtarchiv Peine
Layout: Peine Marketing GmbH
Fotos: André Walther © PeineMarketing 12 | 2003

So erreichen Sie Peine:
20 Minuten von Braunschweig, 30 von Hannover: Peine liegt besonders verkehrsgünstig an der Autobahn A2 (Berlin-Hannover). Außerdem sorgen die drei Bundesstraßen B 65 (Hannover-Braunschweig), B 444 (Salzgitter-Celle) und B 494 (Hildesheim) für eine schnelle Verbindung zu den umliegenden Gemeinden.

©PeineMarketing 12|2003

Beugsquelle:
Stadt Peine | Stadtarchiv | Windmühlenwall 26 | 31224 Peine
Telefon: 05171/49-538 | Fax: 05171/49-390
Internet: www.peine.de | eMail: stadtarchiv@stadt-peine.de

Der Text stammt aus dem Flyer „Denkmäler
und Skulpturen
in Peine