Natur pur und mehr in Adenstedt

Wir kommen in Adenstedt aus Richtung des Sportplatzes und gehen durch den Adenstedter Wald. Der direkte Hauptweg durch diesen ist eine Alternative für alle die schnell von einem Teil des Ortes in den nächsten gelangen möchten. Wir nehmen uns die Zeit und versuchen jeden nur möglichen Waldweg zu kreuzen. Denn so ab und an, hier und da gibt es immer etwas zu entdecken. Vom Waldtier bis hin zu Wanderwege- und Infotafeln sowie Ruhebänken.

Adenstedt
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Tipp: Ruheplatz mit Blick zum Auflandeteich Groß Bülten-Adenstedt.

Der Auflandeteich Groß Bülten-Adenstedt entstand aus der ehemaligen Sandgrube Adenstedt. Er ist heute eine 57 ha große Teichlandschaft östlich der Ortschaft Adenstedt in der Gemeinde Ilsede südlich der Ortschaft Groß Bülten

Auf der Bank befindet sich die Inschrift IGA (Interessengemeinschaft Adenstedt). Auf der Wanderwegetafel steht folgendes geschrieben. 

Naherholung Lahstedt – Ilsede

1982

Für die erholungssuchenden Bürger entstanden

durch 

Stahlwerke Peine – Salzgitter Aktiengesellschaft 

Lahwaldinteressentenschaft Adenstedt

1969 – 1981

Sandgrube Adenstedt

1920 – 1956

Sandgewinnungsanlage für den Spülversatz in der Eisenerzgrube Bülten-Adenstedt

Abbaumenge = 10.500.000M³ – Fläche = 550.000M² – Umgrenzung = 2.300M – Tiefe = 30M

1964 – 1979

Schlammeinspülung aus der Aufbereitung der Eisenerzgrube Lengede – Broistedt

Entfernung der Zuleitung = 13,5KM – Einspülmenge = 7,0Mio/M³ – Resthohlraum = 3,5Mio/M³

Adenstedt
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Tipp: Hügelgräberfeld im Lah

Auf der Wanderwege- und Informationstafel kann der Besucher die eingezeichneten Standorte zu den noch vorhandenen Grabhügeln, zerstörten Grabhügeln, Waldwegen sowie zu den Themen: Grabhügel im Profil, Urnennachbestattung, Baumsarg und Verkeilsteine nachlesen. 

Im weiteren ist folgendes beschrieben: 

Die Hügelgräber im Lah bei Adenstedt (1200 – 700 v. Chr.)

Die 32 im Lahwald erhaltenen Hügelgräber zählen zu schönsten und besterhaltentsten archäologischen Denkmalen im Landkreis Peine. Allerdings ist das Gräberfeld ursprünglich wesentlich größer gewesen. 30 Grabhügel wurden in den 50er Jahren beim Bodenabbau zerstört, nachdem sie zuvor durch Ausgrabungen dokumentiert worden waren. 

Der Brauch, Tote unter Grabhügeln beizusetzen taucht erstmals in der späten Jungsteinzeit um 3000 v. Chr. in Norddeutschland auf. Typisch sind die Hügelgräber jedoch vor allem für die Bronzezeit (1600 – 800 v. Chr.), die deshalb auch als „Hügelgräberbronzezeit“ bezeichnet wird. 

Hügelgräber hat es noch vor 200 Jahren in großer Zahl gegeben. Vor allem durch die industrielle Landwirtschaft sind sie in den Lößbörden vollständig zerstört worden, so daß sie heute fast nur noch in den Randlagen der Mittelgebirge zu finden sind. Die Hügelgräber im Lah sind das letzte erhaltene größere Hügelgräberfeld Niedersachsens auf fruchtbarem Lößboden und konservieren damit ein einzigartiges Beispiel historischer Kulturlandschaft in der Lößbörde.

Nach den Funden der Ausgrabungen der zerstörten Hügel zu schliessen, beginnt die Belegung des Gräberfeldes in der mittleren Bronzezeit um 1200 v. Chr. Zwei Hügel enthielten in ihrem Zentrum Bestattungen von Männern, denen eine Lanze (erhalten davon: die Spitze aus Bronze) mit in das Grab gegeben war. Ein ausgehöhlter Baumstamm (Baumsarg) diente als Sarg. In beiden Fällen sind die Toten verbrannt worden, eine Bestattungsform, die sich in dieser Zeit bis zur Christianisierung durchsetzt, nachdem in den Jahrhunderten zuvor Körperbestattungen und Brandbestattungen nebeneinander vorkamen. 

Die weitaus meisten Bestattungen des Gräberfeldes wurden als Brandbestattungen in Urnen beigesetzt. Als Urne dienten dieselben Gefäße, die auch im Haushalt verwendet wurden. Nur selten wurden Metallgegenstände mit in die Urne oder auf den Scheiterhaufen gelegt. Die Scherben der Gefäße, die stark aufgeweicht sind und nur mühsam geborgen werden konnten, ließen sich restaurieren, so daß es möglich ist, durch den Vergleich der Formen ihr Alter zu ermitteln. 

Nachdem das Gräberfeld zu Beginn der Eisenzeit um 700 v. Chr. noch belegt wurde, hörten die Bestattungen in der Folge auf. In diesem Zeitabschnitt ging man zu Beisetzung der Toten in großen Urnenfeldern ohne Grabhügel über. Ein solches Urnengräberfeld wurde beim Bau der Kindertagesstätte Adenstedt unmittelbar südlich der Hügelgräber im April 1995 entdeckt. 

Im Interesse des Natur- und Denkmalschutzes bitten wir Sie, die gekennzeichneten Wege nicht zu verlassen. Bei den Grabhügeln handelt es sich um besonders geschützte Kulturdenkmale. Das niedersächsische Denkmalschutzgesetz untersagt strikt Nachgrabungen und Bodeneingriffe im Bereich der Grabhügel (§§ 6, 12, 13).

Funde aus den Grabhügeln sind in der Heimatstube Adenstedt ausgestellt (geöffnet: Jeder 3. Sonntag oder nach telefonischer Absprache).

Dies ist eine Informationstafel der Braunschweigischen Landschaft e.V.

 

Adenstedt
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Bezugsquelle: Aufgestellte Wanderwege- und Informationstafeln.

Stand: 08/2021